
Sie interessieren sich für eine Umschulung zum/zur Fachinformatiker:in, sind sich aber unsicher, welche Fachrichtung die richtige für Sie ist? Mit dieser Frage sind Sie nicht alleine, denn sie wird von vielen Menschen gestellt, die den Quereinstieg in die IT planen. Der Beruf des Fachinformatikers bzw. der Fachinformatikerin bietet nicht nur hervorragende Zukunftsperspektiven und attraktive Verdienstmöglichkeiten, sondern auch unter anderem die beiden nachfolgenden Spezialisierungen: Systemintegration und Anwendungsentwicklung.
Beide Fachrichtungen führen zu einem staatlich anerkannten IHK-Abschluss und eröffnen den Einstieg in ein gefragtes Berufsfeld. Doch die Tätigkeiten, die Sie nach der Umschulung erwarten, unterscheiden sich deutlich. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wo die Gemeinsamkeiten und Unterschiede liegen und für wen welche Fachrichtung besonders geeignet ist. So können Sie eine fundierte Entscheidung für Ihren beruflichen Neustart treffen.
Was haben beide Fachrichtungen gemeinsam?
Bevor wir auf die Unterschiede eingehen, lohnt sich ein Blick auf das, was Systemintegration und Anwendungsentwicklung verbindet. Denn die beiden Fachrichtungen teilen sich ein solides gemeinsames Fundament.
Gleicher Berufsabschluss
Beide Umschulungen führen zum anerkannten Berufsabschluss "Fachinformatiker:in" vor der Industrie- und Handelskammer (IHK). Die Prüfung besteht aus den Teilen AP1 und AP2 und wird - wenn Sie die Umschulung bei uns machen - bei der IHK Köln abgelegt. Der Unterschied liegt in der jeweiligen Fachrichtung, die auf dem Abschlusszeugnis vermerkt ist.
Gleiche Dauer und Struktur
Sowohl die Umschulung Fachinformatiker:in Systemintegration als auch die Umschulung Fachinformatiker:in Anwendungsentwicklung dauert 24 Monate, inklusive eines 6-monatigen betrieblichen Praktikums. Der theoretische Unterricht findet vor Ort in unseren Schulungsräumen in Köln statt. Beide Umschulungen starten zum gleichen Termin und sind modular aufgebaut.
Gemeinsame Grundkompetenzen
Im ersten Ausbildungsabschnitt durchlaufen alle Teilnehmenden die gleichen Grundlagenmodule. Dazu gehören:
Diese gemeinsamen Grundkompetenzen sorgen dafür, dass Sie unabhängig von der gewählten Fachrichtung ein breites IT-Fundament erhalten.
Gleiche Voraussetzungen
Auch die Zugangsvoraussetzungen sind für beide Fachrichtungen identisch. Idealerweise bringen Sie einen Realschulabschluss oder höher mit, alternativ mehrjährige Berufserfahrung. Gute Deutsch- und Englischkenntnisse sowie analytisches Denkvermögen sind ebenfalls wichtig. Vor Beginn der Umschulung müssen Sie an einem Beratungsgespräch und einer Eignungsprüfung teilnehmen, damit Sie im Anschluss den Bildungsgutschein beim Jobcenter oder der Agentur für Arbeit beantragen können.
100 % Förderung möglich
Beide Umschulungen können zu 100 % über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters gefördert werden. Zusätzlich erhalten Sie Weiterbildungsgeld und bei Bestehen der Prüfung eine staatliche Prämie von 2.500 €.
Intensive Prüfungsvorbereitung
In beiden Fachrichtungen profitieren Sie von einer intensiven Prüfungsvorbereitung in Kooperation mit der IT-Akademie NRW, die seit fast 30 Jahren Fachinformatiker:innen erfolgreich auf die IHK-Prüfung vorbereitet.
Wo liegen die Unterschiede bei den Umschulungen?
Die entscheidenden Unterschiede zwischen den beiden Fachrichtungen zeigen sich in den spezialisierten Fachinhalten, den typischen Aufgaben im Berufsalltag und den Schwerpunkten der täglichen Arbeit.
Fachinformatiker:innen für Systemintegration kümmern sich um die technische Infrastruktur eines Unternehmens. Sie sorgen dafür, dass IT-Systeme zuverlässig funktionieren, miteinander verbunden sind und sicher betrieben werden. Es geht um Hardware, Netzwerke, Server und alles, was "unter der Haube" einer funktionierenden IT-Landschaft steckt.
Fachkompetenzen in der Umschulung:
Typische Aufgaben im Berufsalltag:
Fachinformatiker:innen für Systemintegration arbeiten oft an der Schnittstelle zwischen Technik und Anwender:innen. Sie beraten Kunden, lösen Probleme und stellen sicher, dass die IT eines Unternehmens stabil und sicher läuft. Der Arbeitsalltag ist häufig abwechslungsreich: Kein Tag gleicht dem anderen, weil unterschiedliche Störungen, Anfragen und Projekte bearbeitet werden. Dabei ist ein gewisses Maß an Flexibilität gefragt, denn nicht alle Aufgaben lassen sich remote erledigen. Wenn es um die Arbeit mit Hardware geht, etwa die Einrichtung oder Wartung von Servern, müssen Sie vor Ort sein. Eine reine Tätigkeit im Homeoffice ist daher in vielen Fällen nicht möglich, auch wenn einzelne Aufgaben wie Wartung von Betriebssystemen, Durchführung von Updates oder Planung von IT-Systemen durchaus ortsunabhängig erledigt werden können.
Fachinformatiker:innen für Anwendungsentwicklung beschäftigen sich mit der Planung, Entwicklung und Wartung von Software. Sie programmieren Anwendungen, die auf die Bedürfnisse von Unternehmen oder Kunden zugeschnitten sind. Der Schwerpunkt liegt auf Code, Softwarearchitektur und der Umsetzung digitaler Lösungen.
Fachkompetenzen in der Umschulung:
Typische Aufgaben im Berufsalltag:
Fachinformatiker:innen für Anwendungsentwicklung arbeiten häufig in Projekten und setzen Ideen in funktionierende Software um. Dabei ist kreatives Problemlösen genauso gefragt wie strukturiertes Arbeiten. Da die Tätigkeit überwiegend am Bildschirm stattfindet, bieten viele Arbeitgeber flexible Arbeitsmodelle an. Homeoffice ist in der Anwendungsentwicklung häufig problemlos möglich, sofern ein geeigneter Laptop und Zugang zur IT-Infrastruktur des Unternehmens vorhanden sind. Die Zusammenarbeit im Team variiert je nach Unternehmen: In manchen Firmen arbeiten Sie eng mit anderen Entwickler:innen zusammen, in anderen sind Sie für bestimmte Softwaremodule eigenverantwortlich zuständig.
Auch der Trend zur individuellen Softwareentwicklung nimmt weiter zu. Unternehmen wollen sich durch eigene digitale Lösungen von der Konkurrenz abheben, was den Bedarf an spezialisierten Anwendungsentwickler:innen zusätzlich erhöht. Ob Industrie, Handel, Gesundheitswesen, Verwaltung oder Logistik: Nahezu jede Branche benötigt heute qualifizierte Fachkräfte für die Entwicklung und Betreuung ihrer Softwarelösungen.
| Systemintegration | Anwendungsentwicklung | |
| Schwerpunkt | IT-Infrastruktur, Netzwerke, Hardware | Softwareentwicklung, Programmierung |
| Typische Tätigkeit | IT-Systeme einrichten, verbinden und warten | Software planen, entwickeln und testen |
| Werkzeuge | Server, Netzwerke, Betriebssysteme, Firewalls | Programmiersprachen, Entwicklungsumgebungen, Frameworks |
| Arbeitsweise | Oft direkt an Hardware und vor Ort | Überwiegend am Bildschirm, häufig remote möglich |
| Problemlösung | Störungen analysieren und beheben, Systeme optimieren | Fehler im Code finden, neue Funktionen entwickeln |
| Kundenkontakt | Häufig, z. B. im Support oder bei der Beratung | Projektbezogen, z. B. bei der Anforderungsanalyse |
Für wen eignet sich welche Umschulung?
Die Wahl der richtigen Fachrichtung hängt vor allem von Ihren persönlichen Interessen, Stärken und Vorstellungen vom späteren Arbeitsalltag ab. Hier einige Orientierungshilfen:
Systemintegration passt zu Ihnen, wenn Sie
Anwendungsentwicklung passt zu Ihnen, wenn Sie
Wichtig zu wissen: Beide Fachrichtungen setzen keine IT-Vorkenntnisse voraus. In der Umschulung werden alle notwendigen Grundlagen von Anfang an vermittelt. Entscheidend ist Ihre Bereitschaft, sich intensiv mit neuen Themen auseinanderzusetzen und kontinuierlich zu lernen. Viele Fähigkeiten aus früheren Berufen lassen sich zudem gut in den IT-Alltag übertragen. Wer beispielsweise in einem handwerklichen Beruf gearbeitet hat und gerne praktisch mit Technik umgeht, findet sich oft schnell in der Systemintegration zurecht. Wer dagegen bereits Erfahrung im Umgang mit strukturierten Prozessen oder im analytischen Arbeiten mitbringt, kann diese Stärken in der Anwendungsentwicklung gut einsetzen.
Beide Fachrichtungen bieten attraktive Verdienstmöglichkeiten und hervorragende Zukunftsaussichten. Die Gehälter bewegen sich in einem ähnlichen Rahmen und hängen von Faktoren wie Bundesland, Branche, Unternehmensgröße und Berufserfahrung ab.
Einstiegsgehalt: In beiden Fachrichtungen liegt das Einstiegsgehalt nach der Umschulung typischerweise zwischen 3.000 € und 4.000 € brutto monatlich.
Weitere Informationen zum Gehalt finden Sie hier:
Durchschnittsgehalt: Mit zunehmender Berufserfahrung steigt das Gehalt. Das Durchschnittsgehalt liegt in beiden Fachrichtungen bei rund 50.000 € bis 55.000 € brutto jährlich, wobei regionale Unterschiede eine Rolle spielen.
Was die Jobchancen betrifft, sind beide Fachrichtungen sehr gefragt. Der Fachkräftemangel in der IT ist branchenübergreifend spürbar. Unternehmen in allen Branchen sind heute auf funktionierende IT-Infrastrukturen und moderne Softwarelösungen angewiesen. Ohne zuverlässige Netzwerke, stabile Systemlandschaften und passgenaue Anwendungen können viele Geschäftsprozesse nicht mehr abgebildet und aufrechterhalten werden. Das bedeutet für Sie: Sehr gute Jobchancen direkt nach der Umschulung, vielfältige Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichen Branchen und hohe Arbeitsplatzsicherheit. Auch kleine und mittelständische Unternehmen sowie Behörden und öffentliche Einrichtungen suchen händeringend nach qualifiziertem IT-Personal.
Weiterbildungsmöglichkeiten: Unabhängig von der gewählten Fachrichtung können Sie sich nach der Umschulung weiter spezialisieren. Mögliche Wege sind zum Beispiel:
Unser Kooperationspartner, die IT-Akademie NRW, unterstützt Sie auf Ihrem weiteren Weg in der IT und bietet entsprechende Lehrgänge an.
Da beide Fachrichtungen im ersten Ausbildungsabschnitt die gleichen Grundkompetenzen vermitteln, teilen sich die Wege erst mit Beginn der Spezialisierungsphase. Sollten Sie zu Beginn der Umschulung merken, dass die andere Fachrichtung besser zu Ihnen passt, sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie gerne und finden gemeinsam die beste Lösung.
Auch vor der Umschulung unterstützen wir Sie bei der Entscheidung. In unseren kostenfreien Infoveranstaltungen stellen wir Ihnen beide Fachrichtungen ausführlich vor. Neben den Voraussetzungen und Kursinhalten erfahren Sie auch, wie Sie die Umschulungsmaßnahme bei der Agentur für Arbeit bzw. dem zuständigen Jobcenter beantragen. So können Sie sich ein genaues Bild machen, bevor Sie sich für eine Fachrichtung entscheiden.
Egal, für welche Fachrichtung Sie sich entscheiden: Mit einer Umschulung zum/zur Fachinformatiker:in starten Sie in ein zukunftssicheres Berufsfeld mit hervorragenden Perspektiven. Wir begleiten Sie auf diesem Weg - von der ersten Beratung bis zum erfolgreichen IHK-Abschluss.
Informieren Sie sich jetzt über unsere Umschulungsangebote:
Sie haben Fragen oder möchten sich beraten lassen? Kontaktieren Sie uns oder melden Sie sich zu einer unserer kostenfreien Infoveranstaltungen an. Wir helfen Ihnen gerne weiter!