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Abschlussprüfung Fachinformatiker:in Systemintegration: Aufbau, Inhalte und Vorbereitung

Die Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) steht am Ende jeder Umschulung zum/zur Fachinformatiker:in für Systemintegration. Mit dem bestandenen IHK-Abschluss halten Sie einen staatlich anerkannten Berufsabschluss in der Hand. Er öffnet Ihnen den Einstieg in die IT-Branche und eröffnet Ihnen sehr gute Karriereperspektiven.

Doch wie ist die Prüfung aufgebaut? Welche Inhalte werden geprüft? Und wie bereiten Sie sich am besten darauf vor? Diese Fragen stellen sich die meisten Menschen, die eine Umschulung in der IT in Betracht ziehen. Vor einer Prüfung, von der der Berufsabschluss abhängt, Respekt zu haben, ist verständlich. Die gute Nachricht: Mit einer strukturierten Vorbereitung ist die Prüfung gut zu schaffen. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wie die Abschlussprüfung abläuft, was geprüft wird und wie Sie sich darauf vorbereiten.

Die gestreckte Abschlussprüfung: Zwei Teile statt einer großen Prüfung

Seit der Neuordnung der IT-Berufe im Jahr 2020 ist die Abschlussprüfung als gestreckte Abschlussprüfung aufgebaut. Das bedeutet: Sie schreiben nicht eine einzige große Prüfung am Ende der Umschulung. Stattdessen legen Sie die Prüfung in zwei Teilen ab, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten stattfinden.

  • Abschlussprüfung Teil 1 (AP1): Dieser Teil findet etwa nach der Hälfte der Umschulung statt und deckt die IT-Grundlagen ab, die für alle Fachinformatiker:innen gleich sind.
  • Abschlussprüfung Teil 2 (AP2): Der zweite Teil wird gegen Ende der Umschulung abgelegt und enthält die fachspezifischen Prüfungsbereiche für die Fachrichtung Systemintegration.

Wenn Sie die Umschulung bei uns besuchen, legen Sie beide Prüfungsteile bei der IHK Köln ab. Beide fließen gemeinsam in Ihre Gesamtnote ein. Die Gewichtung ist klar geregelt: AP1 macht 20 % der Gesamtnote aus, AP2 die übrigen 80 %.

Abschlussprüfung Teil 1 (AP1): Die Grundlagen

Die Abschlussprüfung Teil 1 ist für alle IT-Berufe identisch. Ob Fachinformatiker:in Systemintegration oder Anwendungsentwicklung: Alle Prüflinge schreiben dieselbe Prüfung. Sie prüft die grundlegenden Kompetenzen, die in den ersten Monaten der Umschulung vermittelt werden.

Format und Dauer:

  • Schriftliche Prüfung auf Papier
  • Dauer: 90 Minuten
  • Maximale Punktzahl: 100 Punkte
  • Gewichtung: 20 % der Gesamtnote

Prüfungsinhalte:

Die Inhalte orientieren sich am Ausbildungsrahmenplan und umfassen die Grundkompetenzen aus der Umschulung. Typische Themengebiete sind:

  • Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Kostenkalkulationen
  • Netzwerktechnik (IPv4, IPv6, OSI-Modell)
  • Projektmanagement (Gantt-Diagramm, Netzplan, agile und klassische Methoden)
  • IT-Sicherheit und Datenschutz (DSGVO, Verschlüsselung, Firewalls)
  • Grundlagen der Programmierung und Datenbanken
  • Betriebssysteme und Softwareinstallation
  • Qualitätssicherung

Aufgabenformat:

Die Prüfung besteht aus ungebundenen Aufgaben. Sie wählen also keine Antworten aus, sondern formulieren Ihre Lösungen selbst. Die Aufgaben sind praxisnah gestaltet und basieren oft auf einem Unternehmensszenario, zu dem mehrere Fragen gestellt werden. Gefragt ist nicht nur Fachwissen, sondern auch die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen, Empfehlungen zu begründen und Berechnungen nachvollziehbar darzustellen.

Abschlussprüfung Teil 2 (AP2): Der fachspezifische Teil

Die Abschlussprüfung Teil 2 bildet mit 80 % der Gesamtnote den Kern der Prüfung. Sie besteht aus der betrieblichen Projektarbeit und drei schriftlichen Prüfungsbereichen, die unterschiedlich gewichtet werden:

PrüfungsbereichFormatDauerGewichtung (Gesamtnote)
Planen und Umsetzen eines Projektes der Systemintegration (Projektarbeit)Projektdokumentation + Präsentation mit Fachgesprächmax. 40 Std. Projektzeit + 30 Min. Präsentation/Fachgespräch50 %
Konzeption und Administration von IT-SystemenSchriftliche Prüfung90 Minuten10 %
Analyse und Entwicklung von NetzwerkenSchriftliche Prüfung90 Minuten10 %
Wirtschafts- und SozialkundeSchriftliche Prüfung60 Minuten10 %

Die betriebliche Projektarbeit: das Herzstück der Prüfung

Die Projektarbeit ist der wichtigste Prüfungsbereich und macht allein die Hälfte der Gesamtnote aus. Sie besteht aus zwei gleichwertig bewerteten Teilen: der Projektdokumentation und der Präsentation mit anschließendem Fachgespräch.

Ablauf der Projektarbeit:

  1. Projektantrag: Vor der Durchführung beantragen Sie Ihr Projekt beim Prüfungsausschuss. Im Antrag beschreiben Sie das geplante Projekt, die Ziele und den zeitlichen Rahmen.
  2. Genehmigung: Der Prüfungsausschuss prüft Ihren Antrag und gibt das Projekt frei. Erst nach der Genehmigung dürfen Sie mit der Arbeit beginnen.
  3. Durchführung und Dokumentation: Sie haben maximal 40 Stunden, um das Projekt durchzuführen und zu dokumentieren. Wichtig: Es muss sich um ein reales betriebliches Projekt handeln, fiktive Aufgaben sind nicht zulässig.
  4. Präsentation und Fachgespräch: Im Anschluss präsentieren Sie Ihr Projekt in maximal 15 Minuten vor dem Prüfungsausschuss. Danach folgt ein etwa 15-minütiges Fachgespräch, in dem die Prüfer:innen Ihre Entscheidungen hinterfragen, Alternativen diskutieren und technische Details vertiefen.

Die Projektzeit unterscheidet sich übrigens je nach Fachrichtung. In der Systemintegration stehen Ihnen maximal 40 Stunden zur Verfügung. In der Anwendungsentwicklung sind es bis zu 80 Stunden.

Was wird in der Projektdokumentation erwartet?

Die Dokumentation umfasst in der Regel maximal 15 Seiten (ohne Anhang) und sollte folgende Elemente enthalten:

  • Beschreibung des Auftrags und der Ausgangssituation
  • Darstellung der Prozessschritte und der Vorgehensweise
  • Begründung der getroffenen Entscheidungen (zum Beispiel bei der Auswahl von Hardware, Betriebssystemen oder Netzwerkkomponenten)
  • Wirtschaftliche Betrachtung des Projekts
  • Dokumentation der Qualitätssicherungs- und IT-Sicherheitsmaßnahmen
  • Relevante Konfigurationen und technische Dokumentation im Anhang

Bei der Bewertung steht nicht das fertige Ergebnis im Vordergrund, sondern Ihre Fähigkeit, einen komplexen Ablauf zu steuern und mit nachvollziehbaren Analysen und Entscheidungen zu belegen. Der Prüfungsausschuss möchte sehen, dass Sie systematisch und strukturiert arbeiten. Warum haben Sie sich für eine bestimmte Lösung entschieden? Welche Alternativen haben Sie geprüft? Wie haben Sie die Sicherheit und Verfügbarkeit des Systems gewährleistet? Diese Fragen sollte Ihre Dokumentation klar beantworten.

Beispiele für Projektarbeiten in der Systemintegration:

  • Migration eines Firewall-Systems mit Hochverfügbarkeit (High Availability)
  • Einführung eines Patchmanagement-Systems zur Softwareverteilung
  • Aufbau einer Zero-Trust-Umgebung zur Erhöhung der IT-Sicherheit
  • Konzeption und Konfiguration von Webservern
  • Realisierung einer Server-Client-Infrastruktur
  • Implementierung eines neuen Edge-Routers mit Firewall

Konzeption und Administration von IT-Systemen (schriftlich)

In diesem 90-minütigen Prüfungsbereich geht es um Ihre Fähigkeiten beim Planen, Einrichten und Betreiben von IT-Systemen. Die Aufgaben sind praxisbezogen und orientieren sich meist an einem durchgängigen Szenario. Typische Aufgabenstellungen sind:

  • Analyse und Bewertung von Server-Clustern und Virtualisierungslösungen
  • Konzeption von Cloud-Infrastrukturen (SaaS, IaaS)
  • Planung von Backup- und Recovery-Strategien
  • Konfiguration von Speichersystemen und RAID-Verbünden
  • Entwicklung von Berechtigungskonzepten
  • Umsetzung von IT-Sicherheitsmaßnahmen

Auch hier sind die Aufgaben als ungebundene Aufgaben formuliert. Sie wählen keine Antworten aus, sondern entwickeln Lösungen eigenständig und begründen Ihre Entscheidungen.

Analyse und Entwicklung von Netzwerken (schriftlich)

Der zweite fachspezifische Prüfungsbereich dauert ebenfalls 90 Minuten und stellt die Netzwerktechnik in den Mittelpunkt. Die Aufgaben basieren auf realen Netzwerkszenarien. Typische Aufgaben sind:

  • Analyse von Routingtabellen und Netzwerkplänen
  • Konfiguration von statischem und dynamischem Routing
  • Planung von VLANs und Netzwerksegmentierung
  • Umsetzung von Netzwerksicherheitsmaßnahmen
  • Einrichtung von WAN-Verbindungen
  • Konfiguration von Firewalls und NAT

Gefragt ist praktisches Verständnis der Netzwerktechnik. Sie sollten Netzwerkprotokolle anwendungsbezogen auswählen, Komponenten bedarfsgerecht konfigurieren und den sicheren Betrieb eines Netzwerks gewährleisten können.

Wirtschafts- und Sozialkunde (schriftlich)

Der Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde dauert 60 Minuten und behandelt allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge. Themen sind unter anderem Arbeitsrecht, Sozialversicherungen, Vertragsrecht und betriebliche Organisationsformen. Dieser Bereich ist nicht fachspezifisch und kommt in vielen IHK-Prüfungen vor. In der Umschulung behandeln wir diese Themen im Modul Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. So gehen Sie auch hier gut vorbereitet in die Prüfung.

Wann haben Sie bestanden?

Für das Bestehen der Abschlussprüfung müssen mehrere Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein:

  • Das Gesamtergebnis aus Teil 1 und Teil 2 muss mindestens "ausreichend" sein (mindestens 50 von 100 Punkten).
  • Das Ergebnis von Teil 2 muss ebenfalls mindestens "ausreichend" sein.
  • Mindestens drei der Prüfungsbereiche in Teil 2 müssen mit mindestens "ausreichend" bewertet sein.
  • Kein Prüfungsbereich darf mit "ungenügend" (weniger als 30 Punkte) bewertet sein.

Erbringen Sie in einem der schriftlichen Prüfungsbereiche eine mangelhafte Leistung, können Sie eine mündliche Ergänzungsprüfung ablegen, um Ihre Note in diesem Bereich zu verbessern. Diese Ergänzungsprüfung dauert etwa 15 Minuten. Ihr Ergebnis wird im Verhältnis 2:1 mit dem bisherigen Ergebnis des schriftlichen Prüfungsbereichs gewichtet.

Wie bereiten die mibeg-Institute auf die Prüfung vor?

Eine gute Prüfungsvorbereitung entscheidet über Ihren Erfolg. In unserer Umschulung ist die gesamte Ausbildung gezielt auf die IHK-Prüfung ausgerichtet.

Strukturierter Lehrplan: Der modulare Aufbau der Umschulung orientiert sich an der aktuellen Prüfungs- und Ausbildungsstruktur. So behandeln wir alle prüfungsrelevanten Themen systematisch.

Dozent:innen vor Ort: Unsere Dozent:innen verfügen über jahrelange Erfahrung in der Prüfungsvorbereitung und sind in unseren Schulungsräumen in Köln jederzeit für Sie ansprechbar. Der direkte Kontakt ermöglicht es, Fragen sofort zu klären und Themen individuell zu vertiefen.

Intensive Prüfungsvorbereitung: Kurz vor den Abschlussprüfungen erhalten Sie eine intensive, strukturierte Prüfungsvorbereitung. Hier profitieren Sie von der fast 30-jährigen Erfahrung unseres Kooperationspartners, der IT-Akademie NRW, in der Prüfungsvorbereitung für Fachinformatiker:innen Systemintegration.

Prüfungsmaterialien: Für die Vorbereitung nutzen wir Unterlagen des U-Form Verlags, der offizielle Prüfungsaufgaben und Übungsmaterialien bereitstellt. So machen Sie sich mit dem Aufgabenformat vertraut und üben unter realistischen Bedingungen. Wer das Format der Prüfung kennt und regelmäßig geübt hat, geht gelassener in die Prüfungssituation.

Praktikum als Projektvorbereitung: Das 6-monatige betriebliche Praktikum gibt Ihnen die Möglichkeit, praktische Erfahrung zu sammeln und ein reales Projekt zu identifizieren. Dieses Projekt kann die Grundlage für Ihre Prüfungsprojektarbeit bilden.

 

Häufig gestellte Fragen zur Abschlussprüfung für Fachinformatiker:innen Systemintegration

Muss ich für die Prüfung programmieren können?

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In der Systemintegration steht nicht die klassische Softwareentwicklung im Mittelpunkt, sondern das Planen, Einrichten und Administrieren von IT-Systemen und Netzwerken. Grundkenntnisse im Skripting, etwa zur Automatisierung administrativer Abläufe, gehören aber dazu. Diese Inhalte lernen Sie in der Umschulung von Grund auf. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Was passiert, wenn ich die Prüfung nicht bestehe?

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Sollten Sie die Prüfung nicht bestehen, können Sie sie wiederholen. Die genauen Regelungen zur Wiederholung erfahren Sie bei der zuständigen IHK. Unsere Erfahrung zeigt: Mit der strukturierten Vorbereitung in unserer Umschulung sind die Teilnehmenden in der Regel gut auf die Prüfung vorbereitet.

Welches Projekt eignet sich für die Projektarbeit?

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Das Projekt muss ein reales betriebliches Projekt sein, das Sie eigenständig durchführen. Es sollte einen angemessenen Umfang und Komplexitätsgrad haben. Typische Projekte in der Systemintegration sind die Einrichtung einer Server-Client-Infrastruktur, die Migration eines Netzwerk- oder Firewall-Systems oder die Einführung einer Backup-Lösung. Im betrieblichen Praktikum finden Sie ein geeignetes Projekt. Unsere Dozent:innen beraten Sie dabei.

Kann ich die AP1 wiederholen, wenn ich schlecht abschneide?

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Nein, die Abschlussprüfung Teil 1 lässt sich nicht eigenständig wiederholen. Das Ergebnis fließt mit 20 % in die Gesamtnote ein. Eine schwache Leistung in der AP1 können Sie jedoch durch ein gutes Ergebnis in der AP2 ausgleichen, da diese 80 % der Gesamtnote ausmacht.

Findet die Prüfung online oder vor Ort statt?

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Die schriftlichen Prüfungen finden als Präsenzprüfung statt. Die Präsentation und das Fachgespräch zur Projektarbeit finden ebenfalls vor Ort bei der IHK Köln statt.

Die Prüfung auf einen Blick

PrüfungsteilGewichtungFormatDauer
AP1: Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes20 %Schriftlich90 Min.
AP2: Projektarbeit (Dokumentation + Präsentation/Fachgespräch)50 %Projekt + mündlich40 Std. + 30 Min.
AP2: Konzeption und Administration von IT-Systemen10 %Schriftlich90 Min.
AP2: Analyse und Entwicklung von Netzwerken10 %Schriftlich90 Min.
AP2: Wirtschafts- und Sozialkunde10 %Schriftlich60 Min.

Ihr Weg zum IHK-Abschluss

Die Abschlussprüfung zum/zur Fachinformatiker:in Systemintegration ist anspruchsvoll, aber mit der richtigen Vorbereitung gut zu schaffen. In unserer Umschulung begleiten wir Sie auf dem gesamten Weg: von den ersten IT-Grundlagen bis zur intensiven Prüfungsvorbereitung kurz vor der Prüfung. Mit dem bestandenen IHK-Abschluss starten Sie in ein zukunftssicheres Berufsfeld mit guten Perspektiven und attraktiven Verdienstmöglichkeiten.

Informieren Sie sich jetzt über unsere Umschulung Fachinformatiker:in Systemintegration (IHK) oder kontaktieren Sie uns für ein persönliches Beratungsgespräch. Sie können auch an einer unserer kostenfreien Infoveranstaltungen teilnehmen. Wir helfen Ihnen gerne weiter.