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Anteil internationaler Ärztinnen und Ärzte wächst weiter

Die Zahl internationaler Ärztinnen und Ärzte in Deutschland steigt weiter an. Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamts arbeiteten im Jahr 2024 rund 64.000 Ärzt:innen ohne deutsche Staatsangehörigkeit in Deutschland. Damit hatte etwa jede:r achte von ihnen eine ausländische Staatsbürgerschaft. Zum Vergleich: Zehn Jahre zuvor lag ihre Zahl noch bei rund 30.000, was damals etwa sieben Prozent der gesamten Ärzteschaft entsprach.

Auch insgesamt spielt Zuwanderung im ärztlichen Beruf eine zunehmend wichtige Rolle. Im Jahr 2024 waren rund 121.000 Ärztinnen und Ärzte in Deutschland tätig, die ursprünglich aus dem Ausland zugewandert sind. Sie machen damit knapp ein Viertel der gesamten Ärzteschaft aus. Ein Teil von ihnen hat inzwischen die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen. Gleichzeitig zeigt sich, dass viele dieser Fachkräfte noch relativ neu im deutschen Gesundheitssystem sind: Rund 42 Prozent leben erst seit weniger als zehn Jahren in Deutschland.

Diese Entwicklung verdeutlicht, welche Bedeutung internationale Fachkräfte inzwischen für die medizinische Versorgung haben. Angesichts des demografischen Wandels, des Fachkräftemangels und steigender Versorgungsbedarfe wird deutlich, dass Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland einen wichtigen Beitrag zur Stabilität des Gesundheitssystems leisten. Gleichzeitig rückt damit auch die Frage in den Fokus, wie gut Integration, Anerkennungsverfahren und berufliche Qualifizierung in der Praxis funktionieren.

Anerkennungsverfahren als Hürde für internationale Ärzt:innen

Trotz der steigenden Zahl internationaler Ärztinnen und Ärzte bleibt die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse eine zentrale Herausforderung auf dem Weg in den deutschen Arbeitsmarkt. Im Jahr 2024 wurden laut Statistischem Bundesamt rund 7.000 ausländische medizinische Abschlüsse als gleichwertig anerkannt. Darunter befanden sich auch etwa 21 Prozent deutsche Staatsangehörige, die ihr Medizinstudium im Ausland absolviert haben, häufig in Ländern wie Österreich oder Ungarn. Eine der größten Gruppen unter den anerkannten Abschlüssen stellten zudem Ärztinnen und Ärzte aus Syrien.

In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder, dass der Anerkennungsprozess mit erheblichen Hürden verbunden sein kann. Ein zentrales Problem besteht darin, dass viele Antragstellende ihre vollständigen Ausbildungsunterlagen vorlegen müssen. Für Ärztinnen und Ärzte aus Krisen- und Kriegsregionen ist dies häufig schwierig oder unmöglich, etwa weil Universitäten nicht mehr existieren, Behörden nicht erreichbar sind oder Dokumente verloren gegangen sind. Fehlen solche Unterlagen, kann das notwendige Gutachten oft nicht erstellt werden und das Verfahren verzögert sich erheblich.

Auch die Dauer des Anerkennungsverfahrens stellt für viele internationale Fachkräfte eine Belastung dar. Verfahren können sich über viele Monate, teilweise sogar über mehr als ein Jahr erstrecken. In dieser Zeit verlieren viele Antragstellende den Anschluss an ihre berufliche Praxis. Hinzu kommen finanzielle Hürden, etwa durch Übersetzungen von Studienunterlagen oder Gebühren für Gutachten und Prüfungen.

Aus unserer eigenen Arbeit wissen wir, dass diese Herausforderungen in der Praxis sehr häufig auftreten. Seit mehr als 30 Jahren begleiten wir internationale Ärztinnen und Ärzte auf ihrem Weg zur Anerkennung in Deutschland und haben inzwischen mehrere tausend Fachkräfte aus zahlreichen Ländern unterstützt. Unsere Erfahrung zeigt, dass viele der bestehenden Probleme weniger mit der fachlichen Qualifikation der Ärztinnen und Ärzte zu tun haben, sondern vor allem mit strukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen des Anerkennungsverfahrens.

Vorbereitung und strukturierte Verfahren erleichtern den Einstieg

Neben der formalen Anerkennung spielt auch die fachliche und sprachliche Vorbereitung eine entscheidende Rolle für einen erfolgreichen Einstieg in den ärztlichen Beruf in Deutschland. In der Fachsprachprüfung müssen Ärztinnen und Ärzte zeigen, dass sie medizinische Sachverhalte sicher mit Patientinnen und Patienten, im Arztbrief sowie im kollegialen Gespräch darstellen können. Ergänzend prüft die Kenntnisprüfung, ob das medizinische Fachwissen dem Niveau des dritten Staatsexamens entspricht und im klinischen Alltag angewendet werden kann.

Dass diese Verfahren effizient organisiert werden können, zeigt beispielsweise Nordrhein-Westfalen. Dort hat die Ärztekammer Westfalen-Lippe im Jahr 2021 die Organisation der Kenntnisprüfungen übernommen. Seitdem haben sich die Wartezeiten deutlich verkürzt. Nach der Anmeldung erhalten Antragstellende in der Regel innerhalb weniger Monate einen Prüfungstermin. Dieses Beispiel zeigt, dass gut strukturierte Verfahren dazu beitragen können, den Weg in die ärztliche Tätigkeit deutlich zu beschleunigen.

Aus unserer eigenen Praxis wissen wir zudem, wie wichtig eine gezielte Vorbereitung auf diese Prüfungen ist. Wenn internationale Ärztinnen und Ärzte bereits mit soliden Deutschkenntnissen auf B2-Niveau nach Deutschland kommen, ein strukturiertes Vorbereitungsprogramm absolvieren und anschließend zeitnah zu den Prüfungen antreten können, lässt sich der Anerkennungsprozess deutlich verkürzen.

Deshalb bieten wir verschiedene Qualifizierungsprogramme an, die internationale Gesundheitsfachkräfte gezielt auf die Anforderungen in Deutschland vorbereiten. Dazu gehören umfassende Vorbereitungen auf die Fachsprachprüfung und die Kenntnisprüfung in der Medizin, aber auch Anpassungslehrgänge und Vorbereitungskurse für Apotheker:innen und Physiotherapeut:innen. Ziel dieser Programme ist es, internationale Fachkräfte fachlich, sprachlich und organisatorisch so vorzubereiten, dass sie möglichst schnell und sicher in ihrem Beruf in Deutschland arbeiten können.

Informieren Sie sich jetzt über unsere Kurse.

 

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